Die Ausladung eines jüdischen  Künstler-Duos aus dem Jüdischem Museum Wien

Die Ausladung eines jüdischen Künstler-Duos aus dem Jüdischem Museum Wien

Das Jüdische Museum in Wien hat das jüdische Vater-Sohn Künstlerduo Elias und Gideon Mendel wegen Kritik am Gazakrieg ausgeladen.

Die Ausladung eines jüdischen  Künstler-Duos aus dem Jüdischem Museum Wien

 

Dr Murali Mohan Gurram, CC BY-SA 3.0 AT, via Wikimedia Commons

Das Jüdische Museum in Wien hat das jüdische Vater-Sohn Künstlerduo Elias und Gideon Mendel aufgrund einer Kritik gegenüber Israels Regierung im Jahr 2019 aus einer geplanten Ausstellung mit dem Titel „Meine Familie bin ich. Die Generationen nach dem Holocaust“ ausgeladen.

Ein öffentliches Statement hierzu gab es von Seiten der Museumsleitung auch nach der Veröffentlichung eines offenen Briefes der beiden Künstler auf Instagram noch nicht, wo sie die Integrität des Museumsleitung in Frage stellen, die darüber entscheidet, wer die „richtigen Juden“ für die Ausstellung seien und wer nicht. In der Ausstellung hätten die beiden Künstler, gemeinsam mit anderen Nachfahren von Holocaust-Überlebenden, ihre Familiengeschichte aufgreifen sollen.

 

Elias Feroz: In einem offenen Brief, den Sie und Ihr Vater, Gideon Mendel, als Reaktion auf ein Online-Treffen mit dem Jüdischen Museum Wien auf Instagram gepostet haben, haben Sie beschrieben, dass Sie Anfang Dezember 2023 von einer Ausstellung ausgeschlossen wurden, die ihr gemeinsam mit anderen Nachkommen von Holocaust-Überlebenden und Holocaust-Opfern gestaltet hättet sollen. Mit welcher Begründung hat die Museumsleitung Sie ausgeladen?

Elias Mendel: Die Museumsleitung war besorgt über die Unterstützung meines Vaters für den Boykott als friedliche Form des politischen Widerstands gegen die illegale Besetzung palästinensischer Gebiete und schließlich auch über meine Solidarität mit ihm, obwohl es in der Ausstellung selbst nicht um Israel, Palästina, oder den andauernden Krieg zwischen Israel und der Hamas gehen sollte. Wir wollten mit unserer Kunst einen Beitrag zur Geschichte unserer Vorfahren leisten, die in Österreich und Deutschland aufgrund ihres jüdisch-Seins verfolgt und getötet wurden. Sie befürchteten, dass unsere Unterstützung für einen Boykott oder unsere Kritik an Israel vom eigentlichen Inhalt der Ausstellung ablenken könnte. Sie erzählten uns, dass sie Angst hätten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, obwohl einige Mitarbeiter im Stillen unserer Kritik an der israelischen Regierung teilten. Das Problem ist: Wenn Sie eine Ausstellung über jüdische Stimmen machen, die Nachkommen von Opfern des Holocausts sind, oder über Menschen, die den Holocaust überlebt und ihre Familien in Österreich und Deutschland verloren haben, dann brauchen Sie alle Stimmen. Der Ausschluss von Stimmen, mit denen die Leitung nicht übereinstimmt, macht den Sinn der Ausstellung selbst völlig zunichte.

»Uns ist bewusst, dass das Wort „Boykott“ in Deutschland oder Österreich viel negativer besetzt ist als in Großbritannien oder Südafrika«

Feroz: In dem Brief machen Sie auch deutlich, dass Sie einen „Boykott“ grundsätzlich als friedliche politische Form des Widerstands unterstützen, aber nicht Teil der BDS-Bewegung sind, die in Österreich und Deutschland als antisemitisch eingestuft wird. Können Sie das näher erläutern? weiterlesen in overton-magazin.de

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