„Monitor“ freut sich: Alina Lipp bald vor Gericht

„Monitor“ freut sich: Alina Lipp bald vor Gericht

Die Sendung „Monitor“ des Westdeutschen Rundfunks war vor etwa einem Jahrzehnt noch für kritischen Journalismus bekannt. Wofür das Magazin heute steht, zeigt sich an einem Post auf Facebook, in dem „Monitor“ unverhohlene Freude über die Strafverfolgung der aus Donezk berichtenden Journalistin Alina Lipp erkennen lässt.

„Monitor“ freut sich: Alina Lipp bald vor Gericht

Die Sendung „Monitor“ des Westdeutschen Rundfunks war vor etwa einem Jahrzehnt noch für kritischen Journalismus bekannt. Wofür das Magazin heute steht, zeigt sich an einem Post auf Facebook, in dem „Monitor“ unverhohlene Freude über die Strafverfolgung der aus Donezk berichtenden Journalistin Alina Lipp erkennen lässt.
"Monitor" freut sich: Alina Lipp bald vor GerichtQuelle: www.globallookpress.com © imago stock & people

Die Sendung „Monitor“ des Westdeutschen Rundfunks stand früher einmal für kritischen und investigativen Journalismus. Noch im Jahr 2015 war sie die einzige gebührenfinanzierte Sendung, die darüber berichtete, dass das sogenannte „Maidan-Massaker“ immer noch nicht aufgeklärt ist und immer mehr Zweifel aufkommen, ob die im Mainstream verbreitete Version der Ereignisse überhaupt stimmen könne. Danach hat der WDR dieses Thema nie wieder aufgegriffen, obwohl später noch mehr Hinweise bis zu Aussagen der mutmaßlichen Täter selbst auftauchten, die darauf deuten, dass die Maidan-Seite das Massaker veranstaltete.

Sieben Jahre später freut sich „Monitor“ nun darüber, dass einer kritischen, investigativen und vom Mainstream abweichenden Journalistin in Deutschland demnächst wohl der Prozess gemacht wird. Auf dem Facebook-Account der Sendung erschien am Freitag ein Post, der vor unkollegialer Denunziation der jungen Journalistin, die immerhin unter Lebensgefahr aus Donezk selbst berichtet, nur so strotzt:

„Auf ihrem Telegram-Kanal inszeniert Alina Lipp sich als ‚unabhängige Journalistin‘, die aus Russland, dem Donbass in der Ukraine und von der Front berichtet. Ihr folgen dort mehr als 180.000 Menschen. Doch was sie dort verbreitet, entspricht oft eins zu eins der Propaganda des Kremls. Lipp rechtfertigte vor allem mehrfach den Angriffskrieg auf die Ukraine. Das könnte nun Konsequenzen für sie haben.“

Im Anschluss an die Meldung, in den Kommentaren, setzt der Verfasser der Meldung noch einmal nach:

„Aussagen, die Straftaten wie einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg befürworten, sind nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt. Solche Aussagen können selbst eine Straftat darstellen. Deswegen ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Göttingen gegen Lipp. Bis ein Urteil gefallen ist, gilt die Unschuldsvermutung. Auf ihrem Kanal spricht Lipp auch davon, dass ihr Bankkonto gesperrt worden sei. Ebenso die Konten ihrer Eltern, auf die sie ausweichen wollte, um ‚Spenden‘ ihrer Fans einzunehmen. Recherchen von T-Online zufolge bekommt Alina Lipp jetzt sogar Unterstützung von einem Verein, der von mehreren aktuellen und ehemaligen AfD-Abgeordneten mitgegründet wurde. Der Anwalt des Vereins wird Lipp offenbar kostenlos in dem Verfahren vertreten.“

Bei den Zuschauern und Lesern erntet „Monitor“ für diese Kollegenschelte hauptsächlich substantiierte Kritik, lautstarken Widerspruch, aber auch Hohn und Häme. Der Facebook-Nutzer Robert Kettelhohn versucht den Sender mit Argumenten zu überzeugen:

„1. Die Frage, ob die rußländische Militäroperation völkerrechtswidrig oder -gemäß sei, unterliegt keinerlei Gerichtsurteil. Es gib kein Gericht auf Erden, darüber zu entscheiden.2. In der BRD darf darüber frei diskutiert werden. Dies garantiert das Grundrecht der Meinungsfreiheit.“

Thomas Müller stellt fest:

„Wenn man wissen möchte wie Faschismus möglich gemacht wird. Genau so! Der blanke Hass auf andere Meinung geschürt durch die Presse. In 20 Jahren reden wir über dieses Thema weiter. Deutschland, mir graut vor dir!“

Und zitiert Bertolt Brecht:

„Hinter der Trommel her trotten die Kälber. Das Fell dafür liefern sie selber!“

Dietmar Stocker versucht es mit juristischen Argumenten:

„Um wegen ‚Billigung eines Angriffskriegs‘ bestraft zu werden, muss der Täter davon ausgehen, dass es sich auch um einen Angriffskrieg handelt. Man kann die Auffassung vertreten, das Russland in einem Verteidigungskrieg kämpft, denn nachdem Russland die beiden Republiken im Donbass anerkannt hat, hat Russland mit Ihnen ein Verteidigungsbündnis geschlossen. Die OSZE hat festgestellt, dass der Beschuss des Donbass durch die Ukraine nach der Anerkennung durch Russland am 21.2.2022 sich noch erheblich gesteigert hatte. Das Handeln Russlands könnte dann nach Artikel. 51 der UNO-Charta als ein Handeln im Rahmen der kollektiven Selbstverteidigung bewertet werden.“ 

Irina Werschinina erinnert an das frühere Wirken von Alina Lipp:

„Sie ist freie Journalistin und setzte sich schon lange vor dem Krieg für die Menschen im Donbass ein, die seit 8 Jahren im Bürgerkrieg leben! Sie ist vor Ort und möchte Menschen helfen und was machen unsere Quatschköpfe? Nichts!“

Tony Kölsch fragt:

„Hat Monitor irgendwelche Beweise für eine Verbindung zwischen Lipp und Putin, als dass Sie als Putins Influencerin bezeichnet wird oder handelt es sich um stinknormale primitive westliche Propaganda, das Feiern von Zensur und die weltbekannte Heuchelei und Doppelmoral?“

Ein Leser mit dem Pseudonym „Yak Suhtarts“ erinnert an frühere Zeiten, als „Monitor“ selbst den Herrschenden missfiel:

„Traurig, dass das ehemalige ernstzunehmende TV-Magazin ‚Monitor‘ seine Aufgabe jetzt in der Verbreitung von Regierungspropaganda sieht.“

Andreas Kretzschmar schreibt: 

„Wo sind wir hingekommen! Freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit werden mit Füßen getreten! Deutschland ist zu einer Bananenrepublik mutiert mit unfähigen Diktatoren als Regierung!“

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