Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 47 von Mathias Bröckers

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 47

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Aber mindestens so viele haben wir schon auf diesem Blog darüber verloren, dass es mit dem Industriestandort Deutschland vorbei ist, wenn er sich von billiger Energie aus Russland abschneidet. Zwar behauptet der Minister für De-Industrialisierung, Robert Habeck, dass die „Speicher gefüllt“ wären und wir „über den Winter“ kommen würden, was möglicherweise auch so kommen könnte.

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 47

7. September 2022

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Aber mindestens so viele haben wir schon auf diesem Blog darüber verloren, dass es mit dem Industriestandort Deutschland vorbei ist, wenn er sich von billiger Energie aus Russland abschneidet. Zwar behauptet der Minister für De-Industrialisierung, Robert Habeck, dass die “Speicher gefüllt” wären und wir “über den Winter” kommen würden, was möglicherweise auch so kommen könnte. Aber im Frühjahr wird es ja nicht besser, und im dann kommenden Winter genauso wenig wie im Jahr darauf und in absehbarer Zukunft. Schon müssen die ersten Betriebe schließen – kleine Bäckereien ebenso wie große Aluminiumhütten – weil astronomische Energiekosten die Produktion unrentabel machen. Und weil seit Freitag auch “Nordstream 1” wegen einer weiteren defekten Turbine dicht ist, wird es jetzt richtig finster. Schon im März hatte BASF – der größte Chemistandort in Europa -angekündigt, dass bei einem Ausfall von russischen Gas die Produktion eingestellt werden muss und der Verlust von 100.000 Arbeitsplätzen droht (Notizen *12). Noch ein paar “Entlastungspakete” und ein bisschen Trinkgeld für Rentner und Studenten können Kriegskanzler Olaf dann nicht mehr helfen. Wenn nichts nachkommt sind die Speicher in zwei Monaten leer, weil das, was statt Russengas angeschippert werden soll (aus USA, Norwegen, Katar), bei Weitem nicht ausreicht.
Und spätestens dann wird die Regierung vor der entscheidenden Frage stehen: Kniefall in Moskau, samt Entschuldigung für die verfehlte Sanktions,- und Kriegsbeteiligung und der Bitte um Belieferung via Nordstream 1 & 2 – oder den Industriestandort Deutschland, d.h. die “Wirtschaftslokomotive” der EU, an die Wand fahren. Also entweder mit Habeck in “dienender Führungsrolle”  und Annalena “Egal was meine deutschen Wähler denken” Baerbock für die USA und ihren permanenten Krieg, oder auf den Spuren von Willy Brandt und Egon Bahr für einen “Wandel durch Annäherung” und Frieden mit Russland. Eine solche Initiative könnte das absehbare Debakel vielleicht noch abwenden und erhielte wohl auch Unterstützung  aus weiteren EU-Ländern, doch die Scholz-Regierung hat sich mit ihrem Sanktionsimus und Bellizismus in eine Sackgasse manöveriert. An deren Ende aber nicht der versprochene Wendekreis kommt – “nur noch ein kurzes Stück, ein bisschen Sparen, weniger Duschen mehr Waschlappen, dann starten wir wieder durch…” –  sondern der Crash. Das Ende des Geschäftsmodells Deutschland, mit billiger Energie aus Russland hochwertige Produkte für die ganze Welt herzustellen. Weiterlesen bei Mathias Broeckers.com

 

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