Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 57 von Mathias Bröckers

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 57

von Mathias Bröckers

24. Oktober 2022

Seit heute ist “Vom Ende der unipolaren Welt” überall im Buchhandel erhältlich. In dem Gespräch, das ich mit Robert Stein über das Buch geführt habe, meinte er am Ende, er sei schon auf die Fortsetzung “Vom Anfang der multipolaren Welt” gespannt. Das bin ich auch, selbst wenn ich eine Fortsetzung des Buchs gar nicht vorhabe, doch diese Transformation ist unausweichlich. Wir stehen am Ende einer unipolaren Welt, in der Washington und Wall Street die Regeln der »regelbasierten internationalen Ordnung« bestimmen und mit Gewalt durchsetzen konnten. Und am Beginn einer multipolaren Ordnung, bei deren Regeln Moskau und Peking und mit ihnen nahezu der gesamte »globale Süden« ihr Wort mitreden werden. Die politischen Gezeiten und die globale Tektonik verschieben sich, das “amerikanische Jahrhundert” wird sich – wie die Zeitalter aller großen Imperien – wegen Überdehnung und Überheblichkeit aus der Weltgeschichte verabschieden: “Diese Entwicklung »zivilisiert« – mit Vernunft, Verhandlungen, Diplomatie – verlaufen zu lassen und nicht »barbarisch« – mit Raketen, Bomben, Krieg – ist die große Herausforderung unserer Tage. »Verstehen«, warum Putin Krieg in der Ukraine führt, hat nichts mit »Verehren« des Präsidenten oder akzeptieren der Invasion zu tun, ist aber Grundvoraussetzung, um das Gemetzel zu stoppen…” heißt es dazu im Nachwort.
Und wenn dann endlich verhandelt wird, über die unausweichliche Teilung der Ukraine, werden Moderatoren mit historischer Erfahrung mit geteilten Ländern, Mauerbau etc. gebraucht, Experten bei der (halbwegs) zivilisierten Organisation der Grenzen und Gräben im Kalten Krieg, der Spaltung zwischen den “Blöcken” : die Deutschen. Mit dem Ziel, dass es künftig an den (provisorischen) Grenzen zur Ostukraine so (vergleichsweise) unblutig verläuft wie 25 Jahre lang an den Grenzen zu Ostdeutschland. Verhandlungsort: Checkpoint Charlie, Berlin. Zugegeben ist eine solche Friedensmission mit Olaf “Kein Diktatfrieden Putins” Scholz und Annalala “Russland ruinieren” Baerbock derzeit  undenkbar, aber ihr Kollege Habeck – der beste Wirtschaftsminister, den Russland je hatte – arbeitet derart zügig, dass ein Gesinnungswandel bald unvermeidlich wird.

Laut verschiedenen Berichten hat der russische Verteidigungsminister seinen westlichen Kollegen gegenüber in den letzten Tagen ernsthafte Besorgnis geäußert, dass die Ukraine eine nukleare dirty bomb einsetzen könnte, um sie Russland in die Schuhe zu schieben und eine Antwort der NATO zu provozieren. Dass solche False Flag Operationen  zum Repertoire westlicher Kriegsführung gehören, war zuletzt im Syrien-Krieg zu erleben, als im letzten Moment verhindert wurde, dass ein nicht von der Assad-Regierung, sondern von den “moderaten Rebellen” selbst verübter Giftgas-Anschlag, zu einem Bombardement von Damaskus geführt hätte: Weiterlesen bei mathias. broeckers.com

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