Blick in die Glaskugel… Von Jürgen Scherer

JAZZ 7_ 25

Blick in die Glaskugel…

 

Von Jürgen Scherer

…angesichts des herrschenden Wahnsinns!

Nachtigall, ick hör dir trapsen oder, um es mit anderen Worten zu sagen und in Erinnerung an die gerade zurück liegende Faschingszeit:

Olle Kamellen werden von Zeit zu Zeit gerne mal wieder aufgewärmt. Vor allem, wenn die Aufwärmer sich etwas davon versprechen!

Genau das tun der Kanzler in spe und seine Entourage derzeit unter Mithilfe der SPD und der maßgeblichen Medien und hauen dabei auf die Pauke, dass uns fast die Trommelfelle platzen.

Und was tun wir? Wir halten uns die Ohren zu ob der Lautstärke und die VerhandlerInnen können so den geplanten Durchmarsch machen. Wie der aussieht?

Schauen wir in die Glaskugel.

ATOMKRAFT? Brauchen wir!

Irgendwie müssen wir ja CO2 einsparen, wenn schon die derzeitigen Kriege und die geplante Aufrüstung soviel davon in die Atmosphäre pusten. Und der Atommüll? Na ja, der kommt in Asse 2 und kann mit dem anderen, der dort liegt, mitverrotten und ins Grundwasser absinken – wird eh erst für unsere Urururenkel interessant. Man muss ja auch an die Zukunft denken.

AUFRÜSTUNG? Brauchen wir!

Es kann schließlich nicht angehen, dass irgendwelche Möchtegernweltmächte uns auf der Nase herumtanzen; jetzt nicht und in Zukunft auch nicht. Basta! Letztlich sind wir wieder wer und da müssen wir unsere militärischen Muskeln auch zeigen können. Also her mit dem nächsten „Sondervermögen“! Außerdem: Angstmache und Drohgebärden waren schließlich schon immer die besten Mittel, den Frieden zu bewahren.

„WEHRPFLICHT“? Brauchen wir?

Wer aufrüstet, braucht auch Kanonenfutter. Sonst macht das ja alles gar keinen Sinn. Außerdem braucht die leistungsfeindliche Jugend unserer Zeit wieder Ziele, für die zu sterben, pardon, zu leben sich lohnt. Vater Staat trägt schließlich Verantwortung für seine Kinder!

LEISTUNGSBEREITSCHAFT? Darf nicht länger ein Fremdwort bleiben!

Alle wollen heutzutage nur noch erben, erben, erben. Wo kommen wir denn da hin. Diese Youngsters sollen erst mal lernen, dienen, erdienen und dann können wir mal weiter sehen. Wie heißt es doch im Schwäbischen so schön: Schaffe, schaffe, Häusle baue… Wir brauchen wieder eine Aufbruchskultur: Ärmel hochkrempeln, Vierzigstundenwoche ins Visier und ran an den Speck.

Von nichts kommt nichts!

MIGRANTENPROBLEMATIK? Lösbar!

Alle raus, die uns im Weg sind, im „AfD“ Jargon: Remigration. Und wenn dann das Geld, das viele von denen in unsere Sozialsysteme einzahlen, für unsere Altersvorsorge fehlt, müssen wir eben den Gürtel enger schnallen und unseren Wohlstand runterschrauben, inkl. der eigenen Fürsorge für unsere Omas und Opas in den Altenheimen. Armut hat eben auch ihren Charme.

Schaffen statt Jammern!

VATERLANDSLIEBE? Ja, was denn sonst!

Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, frage, was Du für Dein Land tun kannst – bis in den Tod natürlich. Ohne Opfer wird es nicht gehen!

AUSSICHTEN INSGESAMT? Gemischt!

Es wird wieder aufwärts gehen mit unserem Land. Man wird um uns nicht mehr herumkommen – auch beim Abwurf von Atombomben nicht…

PS:  Was zeigt denn die Glaskugel als Letztes? Ein Buch …

… von Albrecht Müller, dem ehemaligen Planungschef im Kanzleramt des Friedens- und Verständigungskanzlers Willy Brandt und heutigen Herausgeber der verdienstvollen „Nachdenkseiten“.

Titel des Buches: „Die Revolution ist fällig. Aber sie ist verboten.“
Im Hinblick auf die Feststellung im zweiten Satz des Buchtitels stellt sich mir allerdings

gerade angesichts des obigen Blicks in die Glaskugel die Frage, wer dieses Verbot erlassen hat und ob es tatsächlich auf Dauer befolgt werden wird…

 

 

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