Der Friederich, der Friederich, ist wohl…..ein arger Wüterich! Von Jürgen Scherer

JAZZ 15_25

Der Friederich, der Friederich,

ist wohl…..ein arger Wüterich!

 

Von Jürgen Scherer

 

25 .April 2025

Bald Kanzler!
Was hat er nicht alles gegeben, um sein Wunschziel zu erreichen.

Zunächst war er abgetaucht, als der Männerschreck aus der Uckermark Kanzlerin geworden war. Hatte klammheimlich gehofft: „Die gibt spätestens nach vier Jahren auf.“ Fehlhoffnung! Die machte einfach weiter. Einfach unglaublich. Kohls Mädchen machte Karriere und wohl auch Geschichte. Da blieb ihm nichts anderes übrig, als auf Tauchstation zu bleiben und sich erst mal anderweitig umzusehen. Kam Zeit, kam Tat.

Einer wie er war auch anderweitig gefragt. Kontakte knüpfen, Beziehungen flechten, das konnte er schon immer, der Friedrich.
Also rein ins internationale politisch-wirtschaftliche Getümmel!
Gute Beziehungen über den Atlantik rüber hatte er schon immer; da kam ihm sehr gelegen, dass es die drei Jahre vor seiner Geburt gegründete Atlantikbrücke gab. Von der durfte er Vorsitzender werden und konnte so in den Jahren 2009 bis 2019 im Sinne der deutsch-amerikanischen Verständigung wirken. Wie das so ist in solchen Wirkungsgefilden, blieb ein interessantes Angebot nicht aus und er durfte ab 2016 Repräsentant von BlackRock sein, des größten Finanzdienstleisters und Vermögensverwalters der Welt; in Deutschland zB an allen 40 Dax notierten Unternehmen auf die ein oder andere Weise beteiligt. Ein Einflussgigant mithin.

Als Merz im Zuge der Merkeldämmerung wieder auf der politischen Bühne auftauchte, galt es Glaubwürdigkeitsprobleme anzugehen. Zuerst einmal müsste die BlackRockAffäre beendet werden. Sein Faible für die Reichen sollte nicht mehr unmittelbar mit seiner Tätigkeit für BR in Verbindung gebracht werden, also schied er 2020, nach vier Jahren lukrativen Agierens (immerhin kam er jährlich auf 1Mio brutto) aus, um sich voll und ganz auf sein Traumjobziel konzentrieren zu können. Ansehen hatte er bis dato genug gescheffelt und Geld sowieso. Zumindest so viel, dass er sich sogar mit einem Privatflugzeug (soviel zum Umweltverhalten dieses Herrn) vergnügen kann (Erinnernswerter Coup: Per Flug zur Hochzeit Lindners nach Sylt). Wieso sich Herr Merz angesichts solcher Petitessen, inkl. „Häuserl“ (Zitat Ilse Aigner) am Tegernsee mit bester Aussicht, im oberen Mittelstand einordnet, bleibt sein Geheimnis. Wirft aber andererseits einen interessanten Blick auf sein Weltbild, was Vermögen und Vermögensverteilung angeht. Die Frage muss erlaubt sein, ob man von einem solchen Menschen erwarten kann, dass er richtig beurteilen kann, was es heißt, von Bürgergeld leben zu müssen – eher wohl nicht.

Dass er nämlich rigoros gegen „Sozialsystemausnutzer“ vorgehen will, hat er ja schon angekündigt. Gegen die eigentlichen Systemprofitierer, die Klientel der Reichen in unserem Land, eher nicht. Keine „Reichensteuern“ ist sein Credo. Wer wird sich schon ins eigene Fleisch schneiden!

Ansonsten hat er noch viel anderes vor, um „Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden“ (Auszug aus der Eidesformel vorm Deutschen Bundestag).
Schauen wir auf eine kleine Auswahl:

Zuerst muss mal die Wirtschaft auf Trab gebracht werden, damit es wieder rund läuft in Deutschland. Was bietet sich da derzeit als Wirtschaftsmotor an? Richtig!

Die Rüstungsbranche. Da ist Zukunftspotenzial drin: Erst Kriegsgerät kaufen, dann möglichst bald einsetzen und schlussendlich den Wiederaufbau im zerstörten Land auf die Reihe bringen; die zeitenwenderische Kurzschlusspolitik unserer Tage!

Außerdem muss die Digitalisierung auf die Schnellstraßen unserer Zeit gebracht werden. Ähnlich wie die Rüstungspolitik nur zu unserem Nutzen. Das soll dann so gehen: Jede/r Bürger/in bekommt per Gesetz eine Identifizierungskennziffer zur Beschleunigung digitalen Umgangs mit „seinem Staat“. Behördengänge ade. Heimische Sesselfurzerei ole!

Bequemer geht’s nicht. Dass mit dieser Zwangs-ID-nummer wir alle dem Überwachungsstaat der Zukunft ausgeliefert sein werden, wird wohlweislich bagatellisiert. Schließlich wollen wir doch alle in den modernen Datenströmen mitschwimmen, keine Spielverderber sein. Dass wir nebenbei auch noch den Datenhaien zum Fraß vorgeworfen werden werden, sei nur am Rande erwähnt. Auf jeden Fall soll es für uns kein Schaden sein, wenn wir blindlings und freudig mitmachen. Und die „AfD“ wird die Vorarbeit der CDUCSUSPD zu schätzen wissen, wenn ihr dereinst einmal an die Macht verholfen sein wird. (Jens Spahn und Konsorten sei Dank!)

 

Und dann kommt ja noch das koalitionäre, letztlich von der „AfD“ inspirierte, Großprojekt „Wir-sitzen-alle-in-einem-Boot“, (die „AfD“ würde es „Projekt Volksgemeinshaft“ nennen) auf uns zu. Wie dieses Projekt am besten auf die Gleise gesetzt werden kann? Nichts einfacher als das:

Überall in Deutschland braucht es mit Herzblut agierende Heimatschutzverbände, quasi Abenteuerlust und Kriegsbereitschaft in einer Röhre. An den Stammtischen dieser Kriegsertüchtigungsverbände kann dann überzeugend Reklame gemacht werden für den zukünftig erforderlichen verpflichtenden Wehrdienst, der eigentlich Kriegsdienst heiẞen müsste, denn um Ertüchtigung zum Krieg soll es lt. Herrn Pistorius schließlich gehen. Das ganze unter dem Motto: Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, frage lieber, was Du für Dein Land tun kannst.

Gänzlich banale Antwort: Dich opfern. Die zukünftigen Heldenfriedhöfe warten schon. Wer in Frieden und Freiheit leben will, muss schließlich was dafür tun. Aufs Eigenheim schielen und andere romantische Spintisierereien sind da nicht zielführend. Erst der Staat, dann Du!

Klingt alles recht apokalyptisch-zynisch. Aber genau darauf läuft es hinaus, wenn hasardeurische Kriegerei zum Leitbild einer Gesellschaft werden soll. Erst vor wenigen Tagen hat Herr Merz gesagt, er sei bereit, Taurusmarschflugkörper in die Ukraine zu liefern. Reaktion Russlands: Dann sind wir mit Deutschland im Krieg. Da nutzen auch alle Rückversicherung mit anderen westeuropäischen Ländern nichts, Herr Merz. Krieg ist Krieg! Kein in Deutschland lebender Mensch braucht den!

Man kann es nicht oft genug betonen: Frieden und Friedensfähigkeit sind die Voraussetzungen für eine gedeihliche Existenz, nicht jedoch Militarismus und Kriegstrommelei.
Genau das hat aber die langfristige Politik von Kanzler Merz zum Ziel. Dass er dazu willfährige Gehilfen aus den Reihen der SPD hat, macht die Sache nicht besser.

Eines ist jedoch klar: Wenn Herr Merz und seine Mitverantwortlichen wirklich „Schaden vom Deutschen Volk abwenden“ wollten, müssten sie andere Ziele verfolgen, als Weltmachtgehabe, Militarismus und BürgerInnenüberwachung.

W i r sollten uns jedenfalls nicht zu ErfüllungsgehilfInnen für bellizistisch-totalitäreTraumtänzereien machen lassen.
Kämpfen wir stattdessen mit Power, Selbstbewusstsein und Optimismus für ein wirklich demokratisch organisiertes, friedfertiges Deutschland!

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