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us: Ausgabe vom 21.03.2025, Seite 4 / Inland
Wissenschaft vs. Staatsräson
Von Annuschka EckhardtEinst Hort des antiimperialistischen Westberliner Widerstands, schnurrt die Freie Universität Berlin nun zahmer als ein Kätzchen im Schoß des Berliner Senats. An der FU sollte am 19. Februar eine Diskussionsveranstaltung mit der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, und Eyal Weizman, dem Gründer der Rechercheorganisation Forensic Architecture, in den Räumen der Universität stattfinden. Eine Gruppe von Professoren hatte Albanese eingeladen, um über den laufenden Genozid im Gazastreifen zu referieren. Kurzfristig wurde diese Einladung zurückgezogen. Unipräsident Günter Ziegler begründete den Schritt im Akademischen Senat der Universität mit der »umfassenden Kontroverse« im Vorfeld der für den 19. Februar angesetzten Veranstaltung sowie mit »Sicherheitsbedenken«.
Zuvor hatte Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die Universität zur Absage aufgefordert. Auch Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) hatte Druck ausgeübt. Der israelische Botschafter in der BRD, Ron Prosor, beschwerte sich mit den Worten: »Ist die Freie Universität ein Trainingscamp für Hamas-Anhänger?« Zur Erinnerung: Die äußerst sympathische Italienerin Albanese ist von der UN. Weiterlesen in jungewelt.de
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