
Es ist erbärmlich, dass sich SPD und Union nicht einmal auf einen Mindestlohn einigen können, der für ein Leben über der Armutsgrenze reicht. Über neun Millionen Menschen in Deutschland müssen für unter 15 Euro pro Stunde arbeiten. Wie soll man davon steigende Mieten und Lebensmittelpreise bezahlen? Während die SPD-Führung vor dem Mitgliedervotum über den Koalitionsvertrag den Eindruck erwecken will, ein Mindestlohn von 15 Euro komme auf alle Fälle, zeichnet sich angesichts der Blockade der Union immer mehr ab, dass auch dieses Wahlversprechen nicht eingelöst wird. Dabei wäre eine Anhebung des Mindestlohns insbesondere angesichts der massiven Preissteigerungen der letzten Jahre dringend notwendig. Es darf doch nicht sein, dass sich zig Millionen Arbeitnehmer von ihrem Gehalt keine anständige Wohnung leisten können und trotz jahrzehntelanger harter Arbeit in der Altersarmut landen. Leistung muss sich endlich wieder lohnen! Der Mindestlohn muss unverzüglich rauf auf 15 Euro und langfristig armutsfest sein. Das würde auch kleinen Unternehmern wie Gastwirten oder Handwerkern zugutekommen, die von steigender Nachfrage profitieren würden und im Gegenzug zu den steigenden Arbeitskosten zudem etwa durch eine Senkung der Energiepreise entlastet werden müssten.
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